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Leben im Mittelalter

Wenn man in ein anderes Land fährt, ist es gut, sich mit den dort herrschenden Sitten und Bräuchen auszukennen. Das gilt natürlich auch, wenn man eine Zeitreise macht. Robert hat sich leider nicht so gut über das Mittelalter informiert, aber das ist auch kein Wunder, denn seine Zeitreise mit dem Zauberschwert war gar nicht geplant. Es ist einfach passiert. Und deshalb ist ihm leider auch der Fehler mit dem Fehdehandschuh unterlaufen ...

 

Wir erklären dir hier, was ein Fehdehandschuh ist, wie man Ritter wurde und viele weitere Begriffe, damit du das Leben im Mittelalter besser verstehen kannst. Außerdem haben wir einige Buchtipps zusammengestellt, wenn du noch mehr über das Mittelalter erfahren oder weitere Geschichten aus dieser Zeit lesen willst.

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Christa Holtei
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Cornelia Franz
Das Geheimnis des Roten Ritters
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Das spannende Abenteuer aus dem Mittelalter jetzt als Hardcover!

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Der Kirchendieb
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Köln während des Mittelalters: Johanna will heimlich lesen und schreiben lernen und riskiert dafür viel.

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Claudia Frieser
Oskar und das Geheimnis der verschwundenen Kinder
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Brustpanzer

In der Fachsprache wird er auch »Harnisch« genannt. Dabei handelte es sich um einen Teil einer Ritterrüstung, der aus einer Metallplatte in Brustform bestand. Er wurde über dem Kettenhemd auf der Brust getragen, um sich zu schützen.

 

Burg

Die Burgen waren das Zuhause von Rittern und Adligen. Sie dienten als Wohnung, aber auch als Verteidigungsanlagen, um sich gegen Feinde wehren zu können.

 

Burgfräulein

Die feinen Damen die auf den Burgen lebten, oft die Töchter der dort lebenden Ritter, nannte man so. Frauen blieb eine Ausbildung als Ritter grundsätzlich versagt.

 

Burgfried

Der höchste Turm einer Burg stand in deren Mitte. Er wurde als Spähposten genutzt, und wenn einmal die Burgbewohner von Eindringlingen bedroht wurden, diente der Burgfried als letzte Rückzugsmöglichkeit und Schutzanlage.


Burggraben

Als weitere Verteidigungsanlage einer Burg diente der Burggraben, welcher rund um die Burgmauer gebaut und mit Wasser gefüllt wurde. Bei einem Angriff konnten Ritter in Rüstung nicht hindurchschwimmen, da sie wegen ihres Gewichts ertrunken wären.


Burgmauer

Um die Bewohner zu verteidigen, wurden hohe und meterdicke Mauern mit Wachtürmen um die Gebäude herum gezogen. Da die Dörfer um die Burgen ständig wuchsen und auch verteidigt werden mussten, bedurfte es mit der Zeit immer neuer Mauern. So bildeten sich nach und nach mehrere Mauerringe um die ursprünglichen Burgen.


Burgtor

Natürlich mussten die Menschen in die Burg hinein- aber auch hinauskommen können. Deshalb gab es Eingänge mit massiven Toren und oft auch Fallgittern. Es gab – je nach Größe und Bedeutung der Burg – festgelegte Öffnungszeiten für die Tore: Sie wurden etwa mit Sonnenaufgang geöffnet und nach Sonnenuntergang geschlossen. Wer zu spät kam, hatte Pech und musste vor der Burg schlafen.


Excalibur

Das sagenumwobene Schwert gehörte König Artus. Die Legende besagt, dass es in einem Felsen steckte und von niemandem anderen aus dem Fels gezogen werden konnte, als dem zukünftigen König Englands. Als der junge Prinz Artus es versuchte, konnte er Excalibur mühelos herausziehen und wurde so zum legendären König Artus.


Fallgitter

Um unerwünschte Eindringlinge schnell aufhalten zu können, waren hinter den meisten Burgtoren zusätzlich Fallgitter angebracht. Sie konnten schnell hinuntergelassen werden und so den Feinden den Weg abschneiden.

 

Fehdehandschuh

Wenn zwei Ritter miteinander stritten, konnte einer dem anderen seinen Handschuh vor die Füße werfen. Hob dieser ihn auf, nahm er damit die Herausforderung an, mit dem Werfer so lange zu kämpfen, bis einer sich ergab. Daraus entwickelten sich manchmal grausame Streitereien zwischen den verfeindeten Rittersfamilien.

 

Helm

Helme hatten damals die gleiche Funktion wie heute auch: Sie sollen den Kopf vor Verletzungen schützen. Der Helm bestand meist – wie die restliche Rüstung – aus Eisen und wurde auch zum Angeben verwendet, z.B. schmückten sich manche Ritter ihre Helme mit großen Federn von prächtigen Vögeln oder Hörnern aus Gold.

 

Hölzerner Umgang

Um sich innen an der Burgmauer entlangbewegen zu können, haben viele Burgen Gänge unterhalb der Zinnen gebaut. Diese Gänge wurden aus Holz geschreinert. Manche hatten sogar Luken im Boden, durch welche Steine hinab auf Eindringlinge geworfen werden konnten.

 

Kerker

Jede Burg hatte auch ihr Gefängnis, wo Übeltäter eingesperrt werden konnten. Die Räume lagen im Kellergeschoss der Burg und waren feucht und kalt. Das Gefängnis wurde »Kerker« oder auch »Verlies« genannt.

 

Kettenhemd

Um sich zu schützen trugen viele Ritter ein Kettenhemd. Dieses war aus vielen kleinen ineinander verhakten Metallringen gefertigt und unglaublich schwer – ein einfaches Kettenhemd konnte an die 15 Kilo wiegen! Trotzdem gab es auch Ritter, die sogar ganze Rüstungen, welche aus den Metallketten gefertigt waren, trugen.

 

Knappe

Bevor ein Junge Ritter werden konnte, war er erst einmal Page und dann Knappe. Die Söhne von Rittern wurden im Alter von etwa vierzehn Jahren in den Rang des Knappen erhoben. Die Ausbildung war hauptsächlich auf den Umgang mit Waffen spezialisiert. Dennoch wurden auch höfische Benimmregeln, ritterliche Tugenden und allgemeines Wissen gelehrt. Knappen standen ihren Herren auf dem Schlachtfeld bei, trugen deren Schilder und versorgten deren Pferde. Nach sieben Jahren Ausbildung, also mit etwa einundzwanzig Jahren, wurden die Knappen dann in den Rittersstand erhoben.

 

König Artus

Der sagenumwobene König Artus war der Sohn des König Uther und Bruder von Morgan le Fay. Er soll um 500 n.Chr. gelebt haben und war der Einzige, der es schaffte, das magische Schwert Excalibur aus dem Fels zu befreien. Allerdings bezweifeln Wissenschaftler, dass es diesen Menschen wirklich gegeben hat. Vielmehr nimmt man an, dass verschiedene alt-englische Märchen miteinander verknüpft wurden und daraus die ›Artus-Saga‹ entstand.


Page

Die Ausbildung zum Ritter begann mit dem siebten Lebensjahr eines Rittersohnes. Er wurde dann zu einer anderen Rittersfamilie geschickt, wo er als Diener tätig war und höfische Umgangsformen erlernte. Mit vierzehn Jahren wurde ein Page zum Knappen.

 

Ritter

Ritter waren reitende Krieger und entstammten meist dem Adel, da man aufgrund der Kosten - wie etwa für die Rüstung und das Pferd - sehr reich sein musste. Eine komplette Rüstung hatte damals den Wert eines luxuriösen Sportwagens von heute! Wer Ritter sein durfte, war also nicht nur eine Frage von Mut und Ehre, sondern auch des Geldes. Das Leben eines Ritters sollte möglichst tugendhaft sein.


Raubritter

Verarmte ein Ritter, geschah es nicht selten, dass er zum Raubritter wurde. Wie der Name schon andeutet, überfielen diese Ritter Kaufleute und Reisende auf Landstraßen und raubten sie aus. Raubritter galten als ehrlos, da sie mit den ritterlichen Tugenden gebrochen hatten und eigentlich keine Ritter mehr waren.


Ritterburg

Es gab unterschiedliche Burgen, eine Art davon waren die Ritterburgen. In ihnen wohnten Ritter, die es sich leisten konnten ein solches Gut zu besitzen. Unter den Rittern war es nicht selten, dass diese in gewöhnlichen Stadthäusern oder im Gefolge eines Adligen auf einer Burg lebten, aber selbst nicht die Burgherren waren.


Rittersaal

Der große Saal im Herz jeder Burg, genannt Rittersaal, diente den gemeinsamen Mahlzeiten der Rittersfamilie und ihrer Angestellten, sowie für Feiern oder gemeinsame Winterabende. Wenn es draußen kalt war, wurde dieser Raum beheizt und die Burgbewohner fanden sich zusammen, um sich zu wärmen.


Rüstung

Eine Rüstung war unentbehrlich für einen Ritter. Je nachdem was sich der Ritter leisten konnte, setzte sie sich aus Kettenhemd, Harnisch, Helm, Schienen für Arme und Beine, eisernen oder ledernen Handschuhen und Schuhen, Schild, Schwert und manchmal noch einer Lanze zusammen. Insgesamt konnte eine solche Rüstung an die 30 Kilo schwer werden und kostete für damalige Verhältnisse 51 Kühe! Ein Ritter konnte seine Rüstung unmöglich alleine anziehen, geschweige denn ausziehen, deshalb mussten ihm seine Knappen und Knechte helfen. Besonders gefährlich wurde es auf dem Schlachtfeld: In manchen Fällen waren die Rüstungen so schwer, dass der Ritter nicht mehr von alleine aufstehen konnte, wenn er vom Pferd gefallen war.


Scharte

Als eine Scharte bezeichnet man ein Loch in der Burgmauer, durch das geschossen werden konnte. Im frühen Mittelalter, als es noch keine Feuerwaffen gab, hatte es speziell Scharten für Bogenschützen oder auch Armbrustschützen. Es gab unter den Scharten aber auch »Pechnasen«, wobei es sich hier um eine Art offene Rinne im oberen Teil der Burgmauer handelte, welches von innen nach außen führte. In diese Rinne konnte heißes Pech gefüllt werden, welches dann auf die Eindringlinge hinunterfloss.


Schienen

Wenn du Inliner oder Skateboard fährst, hast du bestimmt Schützer für Hände, Ellenbogen, Knie und einen Helm auf dem Kopf. Ähnlich wie deine Schützer hatten Ritter Schienen aus Metall an den Schienbeinen, lederne oder metallene Handschuhe und einen Helm zusätzlich zur restlichen Rüstung, um sich vor Schwerthieben zu schützen.


Schild

Mit dem Schild verteidigte sich der Ritter gegen alles, was auf dem Schlachtfeld auf ihn zukam: Axt- und Schwerthiebe, Pfeile …  Auf dem Schild prangte zudem das Wappen des Ritters. Jedem war es so möglich, seine Familienzugehörigkeit zu erkennen.


Schwert

Die wichtigste Waffe eines Ritters war sein Schwert. Das erste Schwert, ein sogenanntes Kurzschwert, erhielten die Ritter zu Beginn ihrer Ausbildung als Knappen mit vierzehn Jahren. Erst wenn sie den Ritterschlag erhalten hatten und echte Ritter waren, bekamen sie ihr Langschwert.


Wams

Ritter bewegten sich nicht den ganzen Tag in einer Rüstung, sondern nur bei Schlachten. Ansonsten trugen sie ein edles Wams. Das Wams war ein langes Hemd aus grober Wolle oder feineren Stoff für reiche Leute. Zusätzlich dazu gab es die Beinkleider, einer Art Leggins für Männer im Mittelalter.


Wappen

Anhand eines Wappens konnte die Familienzugehörigkeit eines Ritters festgestellt werden. Ein Wappen setzte sich aus verschiedenen Elementen zusammen: Da gab es zum einen das Wappenbild und zum anderen das Wappenfeld im Hintergrund. Die Wappenbilder konnten sowohl Tiere zeigen, als auch ein Muster sein. Auf dem Schlachtfeld war das Wappen dringend nötig, weil die Ritter nur so Freund und Feind unterscheiden konnten. Deshalb war das Wappen möglichst sichtbar auf dem Helm, der Reitdecke und Rüstung angebracht, um Verwechslungen zu vermeiden.


Zinnen

Die Zinnen waren die Krönung jeder Burgmauer. Durch ihre Zacken hindurch konnten Bogenschützen im Verteidigungsfall auf Eindringlinge schießen. Zudem dienten sie als Schutz für die Soldaten, die auf dem dahinter liegenden Wehrgang entlangliefen, sollte die Burg beschossen werden.

 

Zugbrücke

Um über den Burggraben zu gelangen, mussten die Menschen nicht nur ein Tor passieren, sondern auch zuvor eine Brücke überqueren. Findige Köpfe entwarfen später im Mittelalter die Zugbrücke, welche, anders als normale Brücken, nicht unbeweglich war und nicht im Angriffsfall zerstört werden musste. Die Zugbrücke ließ sich innerhalb kurzer Zeit mit einem relativ hohen Kraftaufwand hochziehen, so dass niemanden mehr über den Burggraben gelangen konnte.